Freundeskreis    ALT- MASSENHEIM

Nicht jeder Hochheimer ist ein Massemer - aber jeder Massemer ein Hochheimer - ! gibt`s  nicht´s - leider dran zu rütteln.

Dorfzentrum = Dorfmittelpunkt

(Gewächshaus oder ähnlich angedachte Spitznamen haben sich nicht durchgesetzt, eher Ortszentrum).







Der Name Dorfmittelpunkt wurde von der Stadt kurz und schmerzlos eingesetzt, das bauen desselben verursachte aber etwas mehr Schmerzen.

Fertig gestellt wurde er im Jahre 1996.

Er beherbergt einschließlich späterem Anbau drei Kindergartengruppen, die Verwaltungsstelle, (gemeinasm mit Raum Ortsgericht) -  einen Veranstaltungsraum mit Aufzug, die nötigen Versorgungsräume, sprich Toiletten usw., ein Hausmeisterhaus, Freiräume für die Kinder sind auch noch vorhanden und Lagerräume. Teilweise ist über dem Kindergarten ein Jugendraum mit allem nötigen Inventar und Versorgungseinrichtungen plus ebenfalls einen überdachten Freiraum.

Wie war das nun mit der Geburt?

Die oben genannten und für die Öffentlichkeit benötigten Räume waren im Ort schon vorhanden, aber sie waren an verschiedenen Stellen im Ort verteilt. Da lag wohl ein Ansatzpunkt.

Die Verwaltung, sprich Rathaus, war in unserem Mehrzweckhaus (Verwaltungsstelle) untergebracht. Auch ein Versammlungsraum knapp bemessen, aber ausreichend.

Das Ortsgericht verrichtete seine Aufgaben, in Absprache in den Verwaltungsräumen.

In gleicher Höhe, also im Erdgeschoss, gab es eine Filiale einer Sparkasse und über diesen mehr oder weniger öffentlichen Räumen war das Haus, noch vier Wohnungen, vermietet, also insgesamt eine runde Sache.
Platz in diesem Haus hatte auch eine Kinderkrabbelgruppe im Untergeschoss, welche den Raum mit Yogagruppe oder ähnlichem lockerem Bedarf teilte, was keine Probleme bereitete, war einfach nur Timing. Gebäude lief finanziell im Plus (s. Vermietungen).

Eine Kindergartengruppe war im Parterre der alten Schule in der  Schlossgasse untergebracht, in deren Keller hatte die Jugend ihre Räume und im Obergeschoss war ebenfalls eine Wohnung, deren Miete die Unterhaltskosten senken half. Problem hier war die Überquerung der vielbefahrene Hauptstraße für die Kinder und dass sie räumlich von den anderen getrennt waren, (die beiden weiteren Gruppen waren im Gemeindehaushaus der ev. Kirche in der Friedensstraße untergebracht). Personaltechnisch also etwas ungünstig. Die Kindergartengruppen waren also am wahrscheinlichsten die Auslöser oder waren der Auslöser zum Bau des Dorfmittelpunktes.

Dies geschah zu der Zeit als Volker Zintel Bürgermeister in Hochheim war und noch eine Magistratskommission das politische Geschehen in unserem Stadtteil zu regeln versuchte.

Gegenüber der Verwaltungsstelle (altes Mehrzweckhaus) war die Stadt im Besitz eines kleinen Grundstücks, ein weiteres konnte erworben werden. So begann also die Planung auf diesen Grundstücken, welche sich aber nach kurzer Zeit als zu klein herausstellten, denn es gab Vorschriften behördlicherseits, welche die Größe der einzelnen Gruppenräume für Kindergärten vorgab (siehe Käfighaltung). Ein Zufall wollte, dass man über das angrenzende Grundstück mit dessen Eigentümer über Zukauf einer Teilfläche verhandelte (Alte Dorfgasse 22) nun die gesamte Hofreite zum Kauf anbot. Das war eine ungeahnte Möglichkeit und man konnte eigentlich planen, nach „freien Stücken“.
Das heißt... fast. Denn der Magistrat dachte für Hochheim preiswert weiter und wollte umgehend die nicht benötigte Fläche an den Kreis verkaufen, der gerade im Kreis eine „betreute Jugendwohngruppe“ etablieren wollte. (In Massenheim vorher schon auch in der Schlossgasse angedacht).

In dieser Phase der Vorplanung war eine Magistratskommission für den Neubau (ein Ableger der Kommission ein „Arbeitskreis Mehrzweckhaus“) die politische Wahrheit. Die Sitzverteilung entsprach aber der Mehrheit in Hochheim, nicht den Massenheimer Gegebenheiten. Hier in Massenheim war die Farbe Rot aus Ermangelung damals wohl (die Zukunft bewies es) anderer Möglichkeiten, etwas stärker als in Hochheim, aber ein etwas gelb orientierte Bürger aus der Gartenstadt und ein Bürger mit freien Wählergedanken versuchten ab der 2. Wahlperiode einen neutralen Ausgleich, der ihnen auch manchmal gelang. Immer reichte dies aber nicht, denn die Kommission war in ihrer Mehrheit Handlanger des Magistrats (Schwarzgelb). Dies änderte sich nach meiner glorreichen Idee, in den „Arbeitskreis Mehrzweckhaus“ den zukünftigen Nutzer, die evangelische Kirche und die Vereine einzubinden. Somit war ein von parteiideologischem Denken abgekoppeltes Arbeiten möglich.

Es gab heiße Diskussionen, die Hochheimer vom voreiligen Verkauf der angeblich nicht benötigten Fläche abzubringen. - Ein Argument von R. Imhausen (FWG) eingebracht, dass man doch, da man kurz vor der Wahl des ersten Ortsbeirates stehe, dann bitte ihm auch die letzte Entscheidung hier überlassen sollte, - hat überzeugt. (Denke aber, dass man eher froh war, den „Schwarzen Peter“ vor der Wahl los zu sein).

Den „Neuen Mehrheiten“ nach der Wahl - SPD-ULM-GAL, gelang es, die Stadtverordneten mit viel Arbeit und sachlichen Argumenten zu überzeugen, den Verkauf aufzugeben und eine Komplettplanung über die ganze Fläche zuzulassen. Die vorbereitete Miniplanung wurde Ad acta gelegt und man entschloss sich, für die große Möglichkeit einen Wettbewerb auszuschreiben, mit dem Hintergrund, nun alle im Ort benötigten Räume in einem Gebäudekomplex unterzubringen.

Eine Planung Dorf - Mittelpunkt zuzulassen.

 

In der Zwischenzeit hatten wir den Bürgermeister gewechselt und Bürgermeister Harald Schindler führte das Regiment, nach kurzer Zeit war Schwarz-Rot nun die Farbe. Die Magistratskommission, einzigartig in Hessen, war durch einen Ortsbeirat abgelöst worden. Die Institution „Arbeitskreis Mehrzweckhaus“ arbeitete mit neuer Besetzung.

Ein weiterer biologisch bedingter Zufall brachte die Stadt in Besitz des nächstliegenden Gebäudekomplexes - des alten landwirtschaftlich geprägten Schmiedegebäudes. Leider verkaufte man den größten Teil der Flächen wieder, alle Vernunft bevor die Planung des Dorfmittelpunktes abgeschlossen war, was im Nachhinein baugenehmigungstechnisch eine Menge Probleme mit sich brachte und unnötige Kosten und Einschränkungen nach sich zog.

Eventuell hier die Feuerwehr unterzubringen und wirklich einen Dorfmittelpunkt zu haben, der alles beinhaltete, denn eine Kindergartengruppe fehlte ja auch noch, wäre auch energietechnisch dann mit einem WKK-System z.B. eine interessante Möglichkeit gewesen. Es blieb bei der Möglichkeit.

Dem Verkauf der „Alten Schmiede zugestimmt hat damals, das sollte man kurz erwähnen, eine für das damalige Hochheim ungewöhnliche Konstellation - schwarz-grün.- Vorreiter für Hessen heute!

Also, große Möglichkeit = Möglichkeit eines Wettbewerbs.

An der Ausschreibung geleitet von Prof. Bredow Darmstadt nahmen 10 Architekturbüros teil. Acht kamen in die Auswahl, der Rest starb im Vorfeld, weil sie irgendeine Vorgabe nicht erfüllten.

Viele schöne und auch zweckmäßige Pläne, Zeichnungen und Modelle aus Pappe und Holz waren angetreten. Sieger wurde das Büro Wörner + Partner aus Frankfurt.

Massenheim hatte Jahre vorher ja einige Erfahrungen in Denkmaltechnik gesammelt, durch die Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm und die jetzt in die Planung einbezogenen Gebäude, standen unter einfachem Denkmalschutz, so dass niemand von uns befürchte, dass aus einem mit Holz und Pappe gefertigtem Modell mal ein Stahlgerippe werden könnte. Aber einmal von hohem Gremium ausgezeichnete Projekte entwickeln eine eigene Dynamik.

Kurze Beschreibung des erworbenen Gebäudekomplexes
„Alte Dorfgasse 22“ alt. (siehe Bild)

In sich geschlossene Hofreite, fränkischer Baustil kurz "Fränkische Hofreite" von re. n. li). Bestehend aus Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, teils Fachwerk, im unteren Geschoss Mauerwerk. Anschließendes Seitengebäude, massives Mauerwerk aus den sechziger Jahren, quer stehende Scheune mit eingebauten Ställen, teils aus Bruchsteinen, teils aus neuerem Mauerwerk. Unter dieser Scheune war ein Keller der aufwändig gegen Feuchtigkeit wasserdicht ausbetoniert war !! Im Winkel zu dieser Scheune waren Seitengebäude älteren Ursprungs aus Fachwerk. Diese Seitengebäude und die Scheune waren Teil des früheren örtlichen Außenschutzes, grenzten also unser Ringdorf gegen das Umfeld ab. Eine, wie wir aus dem Dorferneuerungsprogramm gelernt hatten, „Denkmalschutzwürdige Anlage“.

Die Problematik in diese Gebäude einen modernen Kindergarten einzubauen, stand uns (Nichtfachleuten) vor Augen.

Das Wohnhaus wurde vom Sachverständigen-Architekt als Abbruchmasse angesehen. Wir mussten in Details gehend kämpfend die hohen Herren überzeugen, dass dem nicht so war. Heute kann man sehen, dass wir Recht hatten. Man hätte es einfacher und preiswerter renovieren können, aber die Architekten wollten auch hier ihren Stempel (womöglich auch Kosten) aufdrücken.

Das jüngere Seitengebäude hätte man in den Plan einbauen können, da es bautechnisch eigentlich ein Neubau war. Aber kleine Verluste gibt es halt eben. Die Scheune mit den ersichtlichen Problemen (siehe Keller) veranlasste uns, bei einem ortsansässigen Abbruchunternehmer ein Angebot einzuholen (40.000 DM). Die „Leute vom Fach“ ignorierten dies. Die Folgekosten, geschätzt 1 Millionen, in Euro zum Glück nur eine halbe Millionen. Die restlichen Nebengebäude, eigentlich optisch die histr. schönsten, fielen dem Stahlbau zum Opfer.

Im Neubau wurde nun erstmals versucht, alle Bedingungen, welche das Sozialamt stellte, zu verwirklichen. Auch unsere Vorstellungen standen an und nach und nach wurden unsere, zum Teil dem Kindergarten und ein Teil den Architektenvorstellungen geopfert. (Beisp. Frage: Was brauchen wir, z.B. einen Balkon, ein größerer oder zweiter Versammlungs- oder Verfügungsraum (klingt besser) wäre uns dienlicher gewesen und war auch so in der Ausschreibung! Antwort, “Na -  vielleicht möchte mal jemand sich den vorbeilaufenden Kerbezug von oben anschauen??? “) Ein vorgesehener und eingeplanter Raum für Vereine wurde/musste als Schlafraum dem Kindergarten zugesprochen werden, das dann für uns Massemer, mit halbem Schmerz.

Natürlich gab es auch einige Probleme, deren Behandlung zu Kopfschütteln animierte.

Aufgänge im Kindergarten, ohne Möglichkeit ein Handlauf einzubauen, Schallprobleme über Gruppenräume hinweg, Toilettenanlagen welche wegen einzuhaltender Gerichtstermine Monate später erst nutzbar waren, unvollendete Dachabdichtungen über 15 Jahre hinweg welche die Holzverkleidungen im Jugendfreiraum verfaulen ließen, Blechhäubchen auf Holzbalken welche unnötigerweise aus dem Haus ragten, Dachablaufwasser welches lange noch auf Holz und Mauerwerk lief und und und, die vor allem Mehr- und Folgekosten verursachten und bis heute verursachen.

Vielleicht hierzu Kosten
Erste Schätzung rd. 2,7 Mille
2. nach Feststellung aller Unabdingbarkeiten vor denen wir gewarnt hatten rd. 3,7  Mille
Endstand ? über 4,0 Mille


Die Bauverzögerungen nervten oder brachten uns je nach Kostüm zum weinen oder schmunzeln.

Verlauf dokumentiert Sept. 1995

24/06/91           Sitzung Preisgericht         
19/05/93           Baugenehmigung in Folge Nachträge
März 94             Baubeginn
Rohbau -           Sept. 94
Zimmerer -        März 95
Stahlbau            Sept. 94    nicht abgeschlossen
Fassaden           Dez. 94     nicht abgeschossen

Dies zeigt eine enorme Verzögerung gegenüber der Zusage aus April 95, in welcher noch mit Fertigstellung im Spätsommer zu rechnen sei.

Als Verursachung ist angegeben  - Komplexheit des Bauvorhabens und Effektivitätsmängel der Auftragnehmer. Durch diese extrem schleppende Bearbeitung durch die Firmen der Gewerke Holzbau und Fassaden ist diese Situation entstanden und nachfolgende Innenausbaufirmen können, da der Bau nicht wetterfest, mit den Arbeiten nicht beginnen.
So die Aussage der planenden Architekten, 1. Sept. 1995.

So ein bischen Flughafen  BER und Elbharmonie war hier in Minniformat erkennbar!

Die ausführenden Firmen wurden natürlich auf Basis einer Ausschreibung (Zeitraum 91-94) ermittelt. In den entsprechenden Vorgaben steht, dass der Genehmste den Zuschlag erhält, leider hat man dann die "Billigsten" genommen.

Nach einigen Jahren des Betriebes haben sich Unzulänglichkeiten im Gebrauch der Vereine herauskristallisiert, welche aber aus Geldmangel nicht geändert werden und Phantasie, diesen Mangel abzustellen, ist bei den Nächstverantwortlichen nicht zu erkennen.

Ein dem Bedarf eines Dorfes angepasster Dorfmittelpunkt ist es also noch nicht.

Zu einem Dorf einem Stadtteil gehören Vereine. s. auch Beitrag hier in www.massenheim.eu. Wie oben erwähnt, blieb durch Verkauf Schmiede und Abgabe an den Kindergarten auf dem Gelände nichts für sie.

Vereine haben Probleme, auf die ich hier nicht eingehen will, das wäre doppelt gemoppelt.

Sie brauchen die Einnahmen von Veranstaltungen wie Konzerte, Picknick u.ä. um ihre Kosten zu decken. (Große Feste, wie sie früher veranstaltet wurden, um für Jahre Speck anzusammeln, laufen nicht mehr).
Doch um diese durchzuführen, brauchen sie arbeitswillige und arbeitsfähige Mitglieder und da hapert es aus bekannten Gründen.

Den Hof im Dorfmittelpunkt für Vereins- od. sonstige Veranstaltungen herzurichten bedarf einiger Freiwillige mit guter Kondition und Zeit. Meist ist das dann Aufgabe älterer Mitglieder mit Zeit und Passion. Zum Glück haben „junge Alte“ oft auch noch Kondition. Vor allem aber Zeit ist ausschlaggebend. Jüngere Mitglieder, wenn überhaupt vorhanden, haben aus Berufsgründen u.a. diese nicht mehr.
Abhilfe könnte ein gut ausgestatteter Dorfmittel, der seinem Namen gerecht wird, schaffen.

Angedacht war und ist eine Pergola-Markise, welche fest montiert im Hof verankert, den Hof fast auf Knopfdruck überspannt. Anschlussgebäude in Wintergartenform bis Verwaltungsgebäude.

Kosten im Jahr der Planung Pergola Hof 90.000 € + Anbaudreieck   50.000 € gesamt 140.000 €.

Vorteil: Jederzeit und bei jedem Wetter kurzfristig und mühelos einzurichtende gastliche Möglichkeit für alle Veranstalter.

Im Dorfmittelpunkt angedacht war auch eventuell das Dreieck über Kindergarten- Vielzweckraum (z.Z. Ruheraum) für Vereine auszubauen.
Die Nottreppe könnte bleiben, muss aber nicht. Ersatz wäre über Balkon Veranstaltungsraum möglich, Lichtkuppel zu unterem Raum kann verschlossen werden. Tortenstückähnlicher Grundriss wäre mit Wintergartenähnlicher Überdachung leicht möglich.
Noch ein Nebeneffekt = Einspareffekt, - das Problem welches immer wieder durchsickerndes Regenwasser verursacht, mit den fast jährlich wiederkommenden Reparaturkosten, wäre gelöst.

Es bleibt der Politik überlassen, Voraussetzung zu schaffen, einen wirklichen Dorfmittelpunkt der seinen Namen verdient, daraus zu machen.

Im Anhang Bilder vom Richtfest und Dorfgasse 22 alt usw.