Freundeskreis    ALT- MASSENHEIM

Nicht jeder Hochheimer ist ein Massemer - aber jeder Massemer ein Hochheimer - ! gibt`s  nicht´s - leider dran zu rütteln.


Unser „Ländchen"

Eine kleine Anregung zu einem Spaziergang durch Landschaft, Vergangenheit und Kultur unserer Heimatregion.

Das „Ländchen" ein Gebiet von rund 70 qkm östlich der Hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden und westlich der Kreisstadt Hofheim des Main-Taunus- Kreises, südlich von Eppstein und nördlich von Hochheim, im vorderen Taunusmittelgebirges gelegen. umfasst heute im 21. Jahrhundert die Gemarkungen der Ortschaften.

Wiesbaden - Breckenheim
Wiesbaden - Delkenheim
Hofheim - Diedenbergen
Wiesbaden - Igstadt
Hofheim - Langenhain
Hochheim - Massenheim
Wiesbaden - Medenbach
Wiesbaden - Nordenstadt
Hofheim - Wallau
Hofheim - Wildsachsen.

Seit dem frühen Mittelalter (1173) gehörten diese Ortschaften zur Grafschaft Eppstein im Taunus mit der Gerichtsbarkeit des Landgerichtes Mechtildshausen (heute Domäne Mechtildshausen bei Wiesbaden Erbenheim, Gemarkung Delkenheim) obwohl durchaus auch andere Besitzer wie z. B. Klöster, Grafschaften und Herrengüter Besitztümer und Ländereien in den einzelnen Dörfer inne hatten.

1492 verkaufte Gottfiied IX von Eppstein aus Geldnöten sein Besitztum darunter auch die ihm unterstellten Dörfer im Ländchen an Landgraf Wilhelm von Hessen.

Das als politisch und wirtschaftlich geschlossener Bezirk, (nach 1525/26 hier auch verbindliche Einführung der Reformation) blieb anschließend bis zum Jahre 1803, als Enklave umklammert vom katholischen Erzbistum Mainz und vom Gebiet der Nassauer Grafen, im Besitz der Landgrafschaft Hessen, zuletzt - ab 1624 - der Linie Hessen-Darmstadt.

Danach kam das »Ländchen« zu den Grafen von Nassau und nach Bildung des Herzogtums Nassau von 1806 bis 1866 in dessen Besitz.

Nach Auflösung des Herzogtums Nassau durch Preußen gelangte unser »Ländchen« zum Regierungsbezirk Wiesbaden im Land Hessen, u.a. zum ehemaligen Landkreis Wiesbaden.

Die verschiedenen Gebietsreformen vor und nach dem zweiten Weltkrieg im vergangenen Jahrhundert zerstückelten das »Ländchen« und teilten die verschiedenen Ortschaften der Stadt Wiesbaden sowie den Städten Hochheim und Hofheim, beide im Main-Taunus-Kreis, zu.

Insbesondere ab Beginn der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts erfolgte in allen Ländchensdörfern eine Wandlung von einer weitgehend durch die Landwirtschaft geprägten Nutzung zu einer stark expandierenden Stadtteil-(Wohn-) Landschaft mit angeschlossenen Gewerbeflächen. Fast jedes Dorf des »Ländchens« hat heute eine gut ausgebaute Infrastruktur und einen Anschluss an Linien des öffentlichen Verkehrsnetzes.

Das Wohnen „auf dem Lande" gewinnt immer mehr an Bedeutung, viele Siedlungen von Ein- und Mehrfamilienhäusern entstanden. Die meist von Klein- und Mittelbetrieben ausgebauten Gewerbeflächen erzeugen eine beachtliche Wirtschaftkraft zum Wohle unserer Region.

Das »Ländchen« ist floristisch in zwei Hälften geteilt: eine südliche, unbewaldete und eine nördliche, höhergelegene, bewaldete Hälfte. Der Höhenunterschied reicht von 111 m (Gemarkung Massenheim) 404 m (Gemarkung Langenhain). Im Laufe der Jahrhunderte hat sich auch die Pflanzenwelt in unserem Gebiet gewandelt, so gibt es kaum noch geschützte Gewächse.

Quellennachweis:

Gerd S. Bethke, Main-Taunus-Land, Verlag Rad und Sparren 1996

Dr. Albert Henche, Der ehemalige Landkreis Wiesbaden, Hermann Rauch Verlag 1930 Otto Renkhoff, Wiesbaden im Mittelalter, Franz Steiner Verlag 1980