Freundeskreis    ALT- MASSENHEIM

Nicht jeder Hochheimer ist ein Massemer - aber jeder Massemer ein Hochheimer - ! gibt`s  nicht´s - leider dran zu rütteln.

Das Blaue Ländchen

 

Immer wieder hören wir, besonders von älteren „Ländches-Leut“, dass sie vom „Blauen Ländchen„ reden und sprechen. Das ist schlicht gesagt falsch und wird 1934 von dem Heimatdichter Rudolf Dietz in der Zeitung Heimat und Scholle nachstehend belegt.

Also das „Blaue Ländchen" mit dessen Beinamen immer wieder - auch in unseren Zeitungen - unser Ländchen unberechtigterweise geschmückt wird ist die Katzenellenbogener Gegend, der sogenannte „EINRICH".

In der Gegenreformation um 1600 wurde besonders das Kurmainzische von den „Ketzern" gesäubert und Hunderte von Familien, besonders Lorcher „Blaufärber" zogen ins evangelische Hessische, in das Katzenellenboger Land. Vielleicht gab dieser Umstand dem Katzenellenboger Ländchen seinen „blauen" Namen.

Auch der Nassauische Schimpfname „BLOOKOPP" im Gegensatz zu „KREUZKOPP" hängt wohl damit zusammen (dieser Begriff ist älteren Massenheimern in den Auseinandersetzungen mit Wickerern noch bekannt. Hier waren es die „Lutterköpp" und die Wickerer die „Kreuzköpp"). (Eigentlich ausgesprochen - Kreizköepp).

Die Unterscheidung ist in einer konfessionellen Begebenheit begründet. Massenheim und Umgebung blieb von einer Gegenreform durch Kurmainz verschont und blieb wie es war, evangelisch.


Heimatschriftsteller - und -  Maler  Rudolf Dietz hat dies auch in seiner Art einmal klargestellt.


Wenn ein „Hargeloffener" samstags abends in Medenbach oder Nordenstadt oder Massem seinen Schoppen „Eppelwein" getrunke hat, bildet er sich ein, er habe im „Blaue Ländchen" seinen Durst gelöscht. Noch schlimmer ist's, wenn er sechs Gläser ganz vorzüglichen Hohenastheimer in Auringen „do hinne beim Gärtner" gehowwe hat und auf dem Nachhauseweg ganz selig von einem guten Tropfen im blauen Ländchen spricht.

Denn Auringen liegt nicht bei Kemel, hat aber auch zu unserem „Ländchen" nie gehört sondern war von jeher Alt Nassauer Besitz. Erst bei Auringen beginnt die „Ländchesgrenze".

Damit endlich einmal die verehrten Köpfe der „Hargeloffenen", soweit sie von schwerfälligem begreifen und langer Leitung sind, bezüglich der alten Bezeichnungen „Ländchen" und „Blaues-Ländchen" Klarheit bekommen, sollen die beiden Gebiete auf der nächsten Seite noch mal gegenübergestellt werden.